B 484-Brücke zwischen Lohmar und Siegburg: Antwort auf Fragen

03.11.2026
Pressemitteilung

Der Ersatzneubau der Brücke Rothenbach auf der B 484 zwischen Lohmar und Siegburg wird sich weiter hinziehen. Nach aktuellen Angaben von Straßen.NRW ist mit einer Verkehrsfreigabe erst im Herbst 2027 zu rechnen. Dies geht aus einer Antwort auf eine schriftliche Anfrage des Landtagsabgeordneten Sascha Lienesch hervor, der sich angesichts der anhaltenden Verkehrsbelastungen nach den Ursachen der Verzögerungen und dem weiteren Zeitplan erkundigt hatte.

„Die erneute Verzögerung ist für die vielen Pendlerinnen und Pendler sowie die Menschen in Lohmar und Siegburg eine schlechte Nachricht. Die täglichen Einschränkungen belasten die Bürgerinnen und Bürger ebenso wie die örtliche Wirtschaft. Deshalb war es mir wichtig, konkrete Antworten zu den Ursachen und zum weiteren Bauablauf zu erhalten“, erklärt Lienesch.

Schwierige Baugrundverhältnisse und Nachbesserungen verzögern die Arbeiten

Wie Straßen.NRW mitteilt, haben mehrere Faktoren zu den erheblichen Verzögerungen geführt. Unter anderem mussten die Ausführungspläne des Bauunternehmens mehrfach überarbeitet werden. Hinzu kamen unerwartete Schwierigkeiten bei der Tiefgründung der Brücke. Zusätzliche Kampfmitteluntersuchungen, schwierige Baugrundverhältnisse und notwendige Anpassungen der Statik sowie des Gründungskonzeptes führten zu weiteren Verzögerungen. Aktuell sind zudem Nachbesserungen an Bewehrungsteilen erforderlich, die noch nicht vollständig abgeschlossen sind. Straßen.NRW betont, dass insbesondere bei sicherheitsrelevanten Bauteilen keine Abstriche bei der Ausführungsqualität gemacht werden dürfen.

„Dass die Sicherheit der neuen Brücke oberste Priorität haben muss, steht außer Frage. Gleichzeitig muss aber sichergestellt werden, dass die notwendigen Arbeiten jetzt konsequent vorangetrieben werden. Weitere vermeidbare Verzögerungen darf es möglichst nicht geben“, so Lienesch.

Erstes Teilbauwerk soll bis Mitte Januar fertiggestellt werden

Nach Angaben von Straßen.NRW werden derzeit die Kopfbalken des ersten Teilbauwerks hergestellt. Anschließend folgen weitere Betonarbeiten, der Überbau sowie Abdichtungs- und Fahrbahnbauarbeiten. Die Arbeiten am ersten Teilbauwerk sollen voraussichtlich bis Mitte Januar 2027 andauern. Danach wird die Verkehrsführung für die zweite Bauphase angepasst und das zweite Teilbauwerk errichtet. Abschließend stehen weitere Straßenbau-, Ausstattungs- und Restarbeiten an. Als Termin für die vollständige Verkehrsfreigabe nennt Straßen.NRW weiterhin den Herbst 2027. Dieser Zeitplan wird seitens des Landesbetriebs auf Grundlage der aktuellen Bauplanung als realistisch eingeschätzt.

Straßen.NRW kündigt engmaschige Kontrolle des Baufortschritts an

Auch die zeitweise nur eingeschränkt wahrnehmbare Bautätigkeit hatte Lienesch in seiner Anfrage ausdrücklich thematisiert. Straßen.NRW verweist hierzu auf notwendige Planungsanpassungen, technische Klärungen und aufwendige Arbeiten im Bereich der Tiefgründung. Zudem seien bestimmte Tätigkeiten innerhalb tiefer Baugruben von außen nicht sichtbar. Um den weiteren Bauablauf zu beschleunigen, wurde das ausführende Bauunternehmen aufgefordert, die erforderlichen personellen und technischen Ressourcen bereitzuhalten. Darüber hinaus soll ein regelmäßiges Controlling sicherstellen, dass Möglichkeiten zur Verkürzung der Bauzeit konsequent geprüft werden.

Positiv bewertet Lienesch, dass die Ausführungsplanung für den zweiten Bauabschnitt bereits freigegeben ist und Straßen.NRW deshalb von einem reibungsloseren weiteren Bauablauf ausgeht.

Lienesch: „Die Menschen brauchen Verlässlichkeit und eine klare Perspektive“

Für den Landtagsabgeordneten ist entscheidend, dass die angekündigten Maßnahmen nun auch zu einem spürbaren Baufortschritt führen.

„Die Menschen in unserer Region haben ein berechtigtes Interesse daran, dass diese wichtige Verkehrsverbindung so schnell wie möglich wieder uneingeschränkt zur Verfügung steht. Nach den bisherigen Verzögerungen kommt es jetzt darauf an, den Zeitplan einzuhalten und die Öffentlichkeit transparent über den Baufortschritt zu informieren“, betont Lienesch.

Abschließend macht der Abgeordnete deutlich, dass er die weitere Entwicklung aufmerksam begleiten wird: „Ich werde bei Straßen.NRW weiter nachhaken und darauf drängen, dass alle Möglichkeiten zur Beschleunigung ausgeschöpft werden. Unser gemeinsames Ziel muss sein, die Brücke so schnell wie möglich sicher fertigzustellen und die Verkehrsbelastungen für die Bürgerinnen und Bürger endlich zu beenden.“