Bild: Carsten Seim
Mit der Übergabe des Förderbescheids ist der Startschuss für das REGIONALE 2025-Projekt „Teichlandschaften Lohmarer Wald“ gefallen. Rund 1,9 Millionen Euro Fördermittel fließen in den Schutz und die Entwicklung der wertvollen Natur- und Kulturlandschaft zwischen Lohmar und Siegburg.
NRW-Umweltminister Oliver Krischer hat am Freitag, 14. August 2026, den Förderbescheid an Landrat Sebastian Schuster übergeben. Damit kann eines der bedeutendsten Natur- und Umweltschutzprojekte im Rhein-Sieg-Kreis umgesetzt werden. Es verbindet den Schutz der biologischen Vielfalt mit Klimaanpassung, nachhaltiger Teichwirtschaft und naturverträglicher Naherholung.
226 Hektar wertvolle Natur- und Kulturlandschaft
Das Projektgebiet erstreckt sich über rund 226 Hektar zwischen Lohmar und Siegburg. Die Landschaft ist über Jahrhunderte gewachsen und zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Vielfalt unterschiedlicher Lebensräume aus.
Dazu gehören extensiv bewirtschaftete Karpfenteiche, naturnahe Heidemoore und Moorwälder sowie Sumpfwälder entlang von Rothenbach und Schwarzsiefenbach. Hinzu kommen zahlreiche kulturhistorisch bedeutsame Landschaftselemente.
Die Kombination aus offenen Wasserflächen, Röhrichten, Schlammfluren, Mooren und Wäldern bietet zahlreichen gefährdeten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Unter anderem kommen hier seltene Libellen und Amphibien, Wasservögel sowie hoch spezialisierte Moorpflanzen vor.
Moore schützen und Wasser in der Landschaft halten
Ein Schwerpunkt des Projekts liegt auf dem Natur- und Klimaschutz. Ehemalige Moorflächen sollen wiedervernässt und die vorhandenen Heidemoore stabilisiert werden. Sumpfwälder sollen erhalten und renaturiert sowie sensible Lebensräume besser miteinander vernetzt werden.
Die Maßnahmen dienen zugleich der Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Intakte und wiedervernässte Moorböden können CO₂ binden und Wasser länger in der Landschaft halten. Auf diese Weise soll eine Art „Schwammlandschaft“ entstehen, die Niederschläge aufnimmt und verzögert wieder abgibt.
Gleichzeitig soll die historische Kulturlandschaft erhalten bleiben. Eine besondere Rolle spielt dabei die über Jahrhunderte entstandene Karpfenteichlandschaft. Die traditionelle Bewirtschaftung der Teiche hat wesentlich zur heutigen Artenvielfalt des Gebietes beigetragen.
„Stille Erholung“ statt intensiver Freizeitnutzung
Auch die Naherholung ist Bestandteil des Projekts. Dabei steht eine sogenannte „Stille Erholung“ im Mittelpunkt. Besucherinnen und Besucher sollen gezielt durch das Gebiet geführt werden, damit Naturerlebnis und Naturschutz miteinander vereinbar bleiben.
Geplant sind attraktive, naturverträgliche Naturerlebnispunkte sowie Informationsangebote vor Ort und in digitaler Form. Sie sollen Wissen über die Besonderheiten der Teich-, Moor- und Waldlandschaft vermitteln und zugleich für den Schutz der empfindlichen Lebensräume sensibilisieren.
Rund 2,42 Millionen Euro Gesamtausgaben
Für das Projekt werden förderfähige Gesamtausgaben von rund 2,42 Millionen Euro veranschlagt. Die Förderung beträgt insgesamt rund 1,9 Millionen Euro und wird zu gleichen Teilen von der Europäischen Union und dem Land Nordrhein-Westfalen getragen. Grundlage ist der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Programm „Grüne Infrastruktur Nordrhein-Westfalen“.
Der Rhein-Sieg-Kreis trägt einen Eigenanteil von rund 484.000 Euro.
Weitere Projektpartner beteiligen sich ebenfalls an der Umsetzung: Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW realisiert Maßnahmen aus dem Strategischen Entwicklungskonzept im Wert von rund 116.000 Euro, der BUND Landesverband NRW Maßnahmen in Höhe von rund 233.000 Euro. Die Städte Lohmar und Siegburg beteiligen sich mit jeweils 40.000 Euro, die Fischzucht Pilgram GmbH mit 10.000 Euro.
Breites Bündnis für die Teichlandschaften
Projektträger ist der Rhein-Sieg-Kreis. Gemeinsam mit der Stadt Lohmar, der Stadt Siegburg, dem BUND Landesverband NRW, dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW, der Fischzucht Pilgram GmbH und der Biologischen Station Rhein-Sieg-Kreis soll die charakteristische Landschaft langfristig erhalten und ökologisch weiterentwickelt werden.
Mit der Übergabe des Förderbescheids beginnt nun die konkrete Umsetzung eines Projekts, das Naturschutz, Klimavorsorge, historische Kulturlandschaft und Naherholung auf einer Fläche von mehr als 200 Hektar miteinander verbinden soll.

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